# Glossar: Wörter aus der Werkstatt, kurz erklärt

Baumkante, Schmetterling, Schwarzstahl: In der Werkstatt fallen Wörter, die im Möbelhaus niemand erklärt. Hier stehen 23 davon, jeder Begriff in wenigen Sätzen, alphabetisch sortiert und mit eigenem Anker, damit Sie von jeder Seite direkt hierher springen können. Wo wir bei STAMWERK etwas anders machen als andere, steht es dabei.

Eugen Stieben, Inhaber, Holz und Oberfläche. Stand: September 2026

Wer einen Massivholztisch kauft, hört Begriffe, die aus dem Sägewerk, von der Hobelbank und aus der Schlosserei stammen. Dieses Glossar erklärt sie so, wie wir es am Tisch im Showroom tun würden: erst die Definition, dann ein Satz dazu, warum der Begriff für Ihren Tisch eine Rolle spielt. Die Ratgeber am Ende der Seite gehen tiefer.

**2K-Öl**: 2K-Öl ist ein Zweikomponenten-Öl, das mit einem Härter angesetzt wird und chemisch aushärtet, statt nur an der Luft zu trocknen. Die Oberfläche bleibt offenporig, wird aber fester und unempfindlicher gegen Wasser und Flecken als ein reines Hartwachsöl. Bei STAMWERK ist 2K-Öl eine von vier Oberflächen für die Eichenplatte, neben Hartwachsöl, geköhlt und lackiert. Welche davon zu Ihnen passt, hängt davon ab, wie der Tisch benutzt wird.

**Aufdopplung**: Eine Aufdopplung ist ein Holzstreifen, der unter die Kante einer dünneren Platte geleimt wird, damit sie von der Seite stärker wirkt, als sie ist. In der Mitte bleibt die Platte dünn, Material und Gewicht werden gespart. Unsere Platten sind durchgehend so stark, wie sie an der Kante aussehen: 45 mm im Standard, auf Wunsch bis 60 mm. Ein Blick unter die Platte zeigt den Unterschied sofort.

**Baumkante**: Die Baumkante ist die gewachsene Außenseite einer Bohle, also die Linie, an der die Rinde saß. Sie ist nie ganz gerade und macht jede Platte zu einem eigenen Stück. Der Markt sagt Baumkante, wir sagen Naturkante, gemeint ist dasselbe. Wichtig ist der Unterschied zur gefrästen Kante, bei der eine gerade Platte nachträglich wellig ausgeschnitten wird. Wie Sie beides auseinanderhalten, steht im Ratgeber Echte Baumkante erkennen.

**Bohle**: Eine Bohle ist ein dickes, längs aus dem Stamm geschnittenes Stück Holz, deutlich stärker als ein Brett. Aus Bohlen entstehen unsere Tischplatten: Eiche aus Brandenburg, luftgetrocknet, 45 mm stark im Standard und bis 60 mm auf Wunsch. Weil eine Bohle über die ganze Länge durchläuft, zeigt die Platte ein zusammenhängendes Bild der Maserung. Der Gegenbegriff ist Leimholz aus vielen schmalen Lamellen.

**Brinellhärte**: Die Brinellhärte beschreibt, wie stark sich ein Holz gegen das Eindrücken einer Stahlkugel wehrt; das Verfahren ist genormt, das Ergebnis wird in N/mm² angegeben. Je höher der Wert, desto weniger Dellen hinterlassen Tassen, Schlüssel oder Ellbogen. Eiche, Esche und Buche zählen zu den harten Laubhölzern und eignen sich deshalb für Tischplatten, die täglich benutzt werden. Zahlen je Holzart gehören in eine Tabelle mit Quelle, deshalb stehen hier keine.

**Epoxidharz**: Epoxidharz ist ein Kunstharz aus zwei Komponenten, das flüssig in Risse oder Lücken gegossen wird und dort glasklar oder eingefärbt aushärtet. Viele Anbieter füllen damit Risse in Baumkantenplatten oder gießen ganze „River Tables“. Wir arbeiten nicht mit Epoxid. Risse in unseren Eichenplatten schließen wir mit Schmetterlingen aus Holz, weil die Platte dann Holz bleibt, weiter arbeiten darf und sich später mit Öl pflegen lässt wie der Rest.

**Gestellprofil**: Das Gestellprofil ist der Stahlquerschnitt, aus dem ein Tischgestell geschweißt wird, meist ein rechteckiges oder quadratisches Hohlprofil. Alexander Mangold baut unsere Gestelle aus Profilen bis 80 × 80 mm. Iskra, Xenia und Tamara nutzen das volle 80 × 80 mm, das Kufengestell Uta ein flacheres 80 × 20 mm. Das Profil bestimmt, wie kräftig ein Gestell wirkt und welche Plattenlänge es trägt. Alle vier stehen unter Tischgestelle aus Stahl.

**Gratleiste**: Eine Gratleiste ist eine Holzleiste mit trapezförmigem Querschnitt, die quer zur Maserung in eine Nut auf der Plattenunterseite geschoben wird. Sie hält die Platte plan, ohne sie festzuleimen, damit das Holz bei wechselnder Luftfeuchte weiter quellen und schwinden kann. Klassisch sitzt sie an Tischen mit Holzgestell. Bei einem Stahlgestell übernimmt diese Aufgabe oft die Verschraubung mit Langlöchern, die der Platte Bewegung lässt.

**Hartwachsöl**: Hartwachsöl ist eine Mischung aus pflanzlichen Ölen und Wachsen, die in die oberste Holzschicht einzieht und dort aushärtet. Die Pore bleibt offen, das Holz fühlt sich nach Holz an und lässt sich Stelle für Stelle nachölen, ohne dass die ganze Platte abgeschliffen werden muss. Wir ölen so lange, bis die Oberfläche geschlossen ist. Für Haushalte, die Flecken selbst ausbessern wollen, ist das die einfachste Oberfläche.

**Holzfeuchte**: Die Holzfeuchte gibt an, wie viel Wasser ein Stück Holz enthält, in Prozent seiner Trockenmasse. Holz gleicht sich der Luft im Raum an: Ist sie trocken, gibt es Wasser ab und schwindet, ist sie feucht, nimmt es Wasser auf und quillt. Deshalb muss eine Bohle vor der Verarbeitung auf die Feuchte gebracht werden, die sie später im Wohnraum hat, sonst reißt oder verzieht sich die Platte. Was das bei Fußbodenheizung bedeutet, steht im Ratgeber.

**Kernholz**: Kernholz ist der innere, ältere Teil des Stamms, der keine lebenden Zellen mehr enthält und bei vielen Arten dunkler ist als der Rand. Bei Eiche ist es gut zu sehen: Das Kernholz ist braun und durch eingelagerte Gerbstoffe dauerhaft, der helle Splint außen deutlich weicher. Tischplatten bestehen in der Regel aus Kernholz; an einer Naturkante bleibt manchmal ein schmaler Splintstreifen sichtbar.

**köhlen**: Köhlen heißt, die Holzoberfläche mit der Flamme anzukohlen, die verkohlte Schicht anschließend abzubürsten und das Holz zu ölen. Das Verfahren stammt aus Japan, wo es Yakisugi heißt und ursprünglich Fassaden schützte. Die Platte wird dunkel bis schwarz, die harten Jahrringe treten fühlbar hervor. Bei STAMWERK ist geköhlt eine der vier Oberflächen; im Showroom in Buchholz stehen ein Schreibtisch und ein Couchtisch aus geköhlter Eiche.

**Leimholz**: Leimholz ist eine Platte, die aus vielen schmalen Holzstreifen, den Lamellen, zusammengeleimt wird. Es ist günstiger und gleichmäßiger als eine Bohle, zeigt aber ein Muster aus kurzen Stücken statt einer durchlaufenden Maserung; Katalogtische aus „Massivholz“ sind oft Leimholz. Unsere Platten bestehen aus durchgehenden Bohlen. Den Unterschied und wie Sie ihn im Laden erkennen, erklärt der Ratgeber Bohle oder Leimholz.

**luftgetrocknet**: Luftgetrocknet heißt, dass die Bohlen nach dem Einschnitt gestapelt, mit Leisten auf Abstand gehalten und unter einem Dach über Monate und Jahre an der Luft getrocknet werden. Das geht langsam, aber schonend; Spannungen im Holz bauen sich ab, statt eingeschlossen zu werden. Unsere Eiche aus Brandenburg ist luftgetrocknet. Wie trocken sie am Ende sein muss, hängt vom Wohnraum ab, siehe Holzfeuchte.

**Maserung**: Die Maserung ist das sichtbare Bild aus Jahrringen, Strahlen und Farbverläufen auf der Holzoberfläche. Sie hängt von der Holzart, vom Wuchs des Baums und davon ab, wie die Bohle aus dem Stamm geschnitten wurde. Eiche zeigt kräftige Ringe und im Spiegelschnitt helle Streifen, Esche ist gleichmäßiger und heller, Buche fein und rötlich. Beim Aussuchen sehen Sie die Bohle roh; geölt wird die Maserung deutlich kräftiger.

**Naturkante**: Naturkante ist unser Wort für die Baumkante: die gewachsene Außenseite der Bohle, von Rinde und lockerem Splint befreit, geschliffen und geölt wie der Rest der Platte. Wir fräsen keine Wellen in gerade Platten. An unseren Esstischen ist die Naturkante der Standard, gerade Kante und Schweizer Kante gibt es ebenso; Buche und Esche liefern wir meist mit gerader Kante. Mehr dazu unter Baumkantentisch aus Eiche.

**Schmetterling (Holzverbindung)**: Ein Schmetterling ist eine Holzverbindung in Form einer Doppelschwalbe, die quer über einen Riss in die Platte eingelassen wird und beide Seiten zusammenhält. Der Riss bleibt sichtbar, kann aber nicht weiterlaufen. Bei STAMWERK ist das die einzige Art, wie wir Risse schließen: mit Schmetterlingen aus Holz, nie mit Kunstharz. Auf dem Kopfbild dieser Seite sind zwei davon zu sehen. Warum Eiche überhaupt reißt, erklärt der Ratgeber Risse im Massivholztisch.

**Schüsseln**: Schüsseln nennt man es, wenn sich ein Brett oder eine Bohle quer zur Faser wölbt und im Querschnitt aussieht wie eine flache Schale. Ursache ist ungleiche Feuchte: Trocknet eine Seite schneller als die andere, schwindet sie stärker und zieht die Platte krumm. Dagegen helfen trockenes Holz, ein Aufbau, der beide Seiten gleich behandelt, und ein Gestell, das die Platte hält, ohne sie zu sperren. Fußbodenheizung verschärft das Thema.

**Schwarzstahl**: Schwarzstahl ist warmgewalzter Stahl mit seiner dunklen Walzhaut, so wie er aus dem Werk kommt: blaugrau bis anthrazit, mit leichten Schattierungen, nicht lackiert. Unsere Gestelle sind im Standard aus unlackiertem Schwarzstahl, geschweißt von Alexander Mangold in Harmstorf. Eine Lackierung in einer Farbe Ihrer Wahl ist auf Anfrage möglich. Jedes Gestell sieht durch die Walzhaut etwas anders aus, das gehört zum Material.

**Schweizer Kante**: Die Schweizer Kante ist eine gerade Plattenkante, deren Unterseite schräg zurückgeschnitten ist. Von oben und im Sitzen wirkt die Platte dadurch schlanker, als sie ist, obwohl sie ihre volle Stärke behält. Sie passt, wenn ein Tisch ruhig und leicht aussehen soll und eine Naturkante zu unruhig wäre. Bei STAMWERK ist die Schweizer Kante eine von drei Kantenformen, neben Naturkante und gerader Kante.

**Splintholz**: Splintholz ist der äußere, jüngere Teil des Stamms direkt unter der Rinde, in dem der Baum Wasser transportiert. Bei Eiche ist es hell, weicher als das Kernholz und anfälliger für Insekten und Pilze. An einer Bohle mit Naturkante liegt der Splint genau am Rand. Wie viel davon an der Platte bleibt, entscheidet über Optik und Haltbarkeit; das besprechen wir mit Ihnen beim Aussuchen der Bohle.

**technische Trocknung**: Technische Trocknung ist das Trocknen von Holz in einer Kammer mit gesteuerter Temperatur, Luftfeuchte und Luftbewegung. Sie dauert Tage bis Wochen statt Jahre und liefert eine definierte Endfeuchte, bringt aber mehr Spannung ins Holz als das langsame Trocknen an der Luft. Viele Betriebe kombinieren beides: erst im Freien unter Dach, dann in der Kammer. Unsere Bohlen aus Brandenburg sind luftgetrocknet.

**Zertifikat und TableTag**: Das Zertifikat ist das Dokument, das Sie mit jedem Tisch nach Maß erhalten: Holzart, Herkunft der Bohle und die Maße stehen darauf. Der TableTag ist ein NFC-Chip im Tisch; hält man ein Handy daran, öffnet sich die Entstehungsgeschichte Ihres Tisches. Beides ist im Preis enthalten, ebenso die Baumspende an den Verein Streuobstwiesen Jesteburg. Anschauen können Sie das im Showroom in Buchholz.

- Bohle oder Leimholz: der Unterschied
- Geölt oder lackiert
- Welches Holz für den Esstisch
- Massivholztisch und Fußbodenheizung

## Passt dazu

- Bohle, Leimholz, Aufdopplung: Was ist ein Massivholztisch wirklich?
- Esstisch geölt oder lackiert?
- [Esstische aus massiver Eiche, nach Maß gebaut](https://www.stamwerk.de/esstisch-eiche-nach-mass)
