Ratgeber Pflege
Einen geölten Eichentisch pflegen
Ein geölter Eichentisch, ob mit Hartwachsöl oder 2K-Öl behandelt, braucht im Alltag vor allem ein nebelfeuchtes Tuch. Flecken von Wasser, Rotwein und Fett lassen sich meist anschleifen und nachölen, weil das Öl im Holz sitzt und nicht als Film darauf. Nasse Lappen und Scheuermittel gehören nie auf die Platte.

Was macht Öl mit dem Holz?
Öl zieht in die obersten Zehntelmillimeter der Eiche ein und härtet dort aus. Die Poren bleiben offen, das Holz fühlt sich weiter wie Holz an, und Wasserdampf kann durch die Oberfläche hindurch. Das unterscheidet Hartwachsöl und 2K-Öl von Lack, der als geschlossener Film auf dem Holz liegt. Für die Pflege bedeutet das zweierlei: Die Oberfläche nimmt Feuchtigkeit leichter an als Lack, und jede Stelle lässt sich einzeln ausbessern, ohne die ganze Platte neu zu machen.
Bei uns wird jede Platte gehobelt, gewässert, geschliffen und dann so lange geölt, bis die Oberfläche geschlossen ist. Das Wässern hebt die Fasern vor dem letzten Schliff an, damit sie nicht erst beim ersten feuchten Wischen aufstehen.
Wie pflege ich den Tisch im Alltag?
Im Alltag genügt ein Baumwolltuch, das Sie in klarem Wasser auswringen, bis es nur noch nebelfeucht ist. Wischen Sie in Richtung der Maserung und lassen Sie die Platte an der Luft trocknen. Krümel und Sand vorher trocken abkehren, sonst reiben sie wie Schleifpapier. Ein Tropfen Spülmittel im Wasser ist in Ordnung, alles Stärkere greift das Öl an. Untersetzer unter heiße Töpfe und nasse Gläser sind kein Zeichen von Ängstlichkeit, sondern sparen Ihnen das Schleifen.
- Nebelfeuchtes Baumwolltuch, in Faserrichtung wischen, trocknen lassen
- Verschüttetes sofort aufnehmen, besonders Rotwein, Kaffee und Öl aus der Salatschüssel
- Heißes und Nasses auf Untersetzer, Blumenvasen auf einen Teller
- Alle paar Monate eine dünne Schicht Pflegeöl an den Stellen, die matt werden, meist vor den Sitzplätzen
Wasser, Rotwein, Fett: Was tun bei Flecken?
Bei einem geölten Tisch sitzt der Fleck im Holz, und genau dort lässt er sich auch wieder herausholen. Die Reihenfolge ist immer gleich: erst trocken aufnehmen, dann mit dem nebelfeuchten Tuch, dann warten. Viele Ränder verschwinden nach ein bis zwei Tagen von selbst, wenn die Feuchtigkeit aus dem Holz zieht. Erst was dann noch da ist, wird angeschliffen und nachgeölt.
| Fleck | Sofort | Wenn er bleibt |
|---|---|---|
| Wasserrand von Glas oder Vase | trocken wischen, 1 bis 2 Tage abwarten | mit Korn 240 in Faserrichtung anschleifen, dünn nachölen |
| Rotwein, Kaffee, Tee | sofort aufnehmen, nebelfeucht nachwischen | anschleifen, bei dunklem Rand zwei Durchgänge, nachölen |
| Fett, Salatöl | mit Küchenpapier abtupfen, nicht verreiben | meist harmlos, da das Holz ohnehin geölt ist; bei Rand anschleifen und nachölen |
| Heißer Topf, heller Fleck | nichts, abkühlen lassen | anschleifen, nachölen; tiefe Brandspuren zu uns bringen |
| Kratzer, Druckstelle | Druckstelle mit feuchtem Tuch und Bügeleisen anheben | anschleifen, nachölen |
| Schwarzer Fleck durch Metall und Nässe | Gegenstand entfernen, trocknen | Gerbsäure der Eiche reagiert mit Eisen; anschleifen, sonst zu uns bringen |
Bei jedem Schleifen nur die betroffene Stelle und einen weichen Übergang zum Rest der Platte bearbeiten.
Der schwarze Fleck verdient einen eigenen Satz. Eiche enthält Gerbsäure, und die reagiert mit Eisen und Wasser zu einer schwarzen Verfärbung. Eine nasse Konservendose, ein feuchter Schlüsselbund oder ein Topf mit Rostrand reichen dafür aus. Das ist keine Schmutzschicht, sondern eine Reaktion im Holz, deshalb hilft Wischen nicht. Meist lässt sich der Fleck flach ausschleifen; wenn er tiefer sitzt, sehen wir ihn uns an.
Nachölen in sechs Schritten
Nachölen ist keine Tischlerarbeit, sondern eine Stunde am Wochenende. Sie brauchen ein Schleifpad oder Schleifpapier mit Korn 240 bis 320, fusselfreie Baumwolltücher und das Pflegeöl, das zu Ihrer Oberfläche passt. Wichtig ist, dünn aufzutragen: Öl, das auf der Platte stehen bleibt, wird klebrig und trocknet fleckig.
- Schritt 1
Reinigen
Platte mit dem nebelfeuchten Tuch abwischen und vollständig trocknen lassen, mindestens zwei Stunden.
- Schritt 2
Anschleifen
Matte oder fleckige Stellen mit Korn 240 in Faserrichtung leicht anschleifen. Nicht durchschleifen, es geht nur um die oberste Schicht. Schleifstaub gründlich abwischen.
- Schritt 3
Öl auftragen
Eine kleine Menge Öl mit dem Tuch dünn und gleichmäßig in Faserrichtung einreiben. Lieber zwei dünne Schichten als eine dicke.
- Schritt 4
Einziehen lassen
Nach der Zeit aus der Anleitung des Öls, meist 15 bis 30 Minuten, hat das Holz aufgenommen, was es aufnimmt.
- Schritt 5
Überschuss abnehmen
Mit einem frischen, trockenen Tuch alles Öl abnehmen, das noch auf der Oberfläche steht. Die Platte darf nicht mehr glänzen oder kleben.
- Schritt 6
Trocknen und Lappen entsorgen
12 bis 24 Stunden nicht belasten, gut lüften. Ölgetränkte Tücher ausgebreitet im Freien trocknen lassen oder in Wasser legen: Sie können sich beim Aushärten selbst entzünden.
Was Sie nie tun sollten
- Nasse Lappen, Blumentöpfe ohne Untersetzer oder tropfende Gläser über Nacht auf der Platte lassen
- Scheuermilch, Essigreiniger, Glasreiniger oder Möbelpolitur mit Silikon verwenden
- Mit Sprühreiniger direkt auf das Holz gehen; immer auf das Tuch
- Öl dick auftragen und stehen lassen, das ergibt eine klebrige, fleckige Haut
- Lack oder Klarlack über eine geölte Fläche streichen, er hält dort nicht
- Den Tisch direkt vor einen Heizkörper oder in die pralle Mittagssonne stellen, das trocknet das Holz einseitig aus
- Ölgetränkte Tücher zusammengeknüllt in den Müll werfen
Wie oft muss nachgeölt werden?
Kleine Ausbesserungen reichen an den Stellen, die matt oder heller werden, meist vor den Sitzplätzen und an der Kante, wo die Unterarme liegen. Das Holz sagt Ihnen, wann es so weit ist: Wenn ein Wassertropfen nicht mehr abperlt, sondern einzieht und einen dunklen Fleck hinterlässt, fehlt Öl.
Ein Tisch, der so gepflegt wird, sieht nach zehn Jahren nicht neu aus, sondern benutzt. Die Kante wird an den Sitzplätzen etwas glatter, die Farbe der Eiche wird mit dem Licht dunkler und wärmer. Das ist der Grund, warum wir Esstische aus Eiche ölen und nicht lackieren: Ein Lack sieht am ersten Tag am besten aus, ein geölter Tisch nach dem zehnten Jahr.

Häufige Fragen zur Pflege
Wie bekomme ich einen Wasserfleck aus dem geölten Eichentisch?
Kann ich einen geölten Tisch mit Spülmittel reinigen?
Welches Öl nehme ich zum Nachölen?
Muss ich die ganze Platte schleifen, wenn nur eine Stelle fleckig ist?
Warum können ölgetränkte Lappen brennen?
Ihr Tisch
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