Ratgeber Holz

Welches Holz für den Esstisch?

Für einen Esstisch, der 30 Jahre halten soll, ist Eiche in den meisten Fällen die beste Wahl: hart, formstabil, mit einer Maserung, die Gebrauchsspuren verzeiht. Esche ist ähnlich hart und heller, Buche arbeitet stärker, Nussbaum ist dunkel und deutlich teurer. Wir zeigen Ihnen, worin sich die vier Hölzer unterscheiden.

Eugen Stieben · Inhaber, Holz und Oberfläche · Stand:

Maserung einer geölten Eichenplatte im Hochformat

Warum ist Eiche der Standard für Esstische?

Eiche ist bei uns das Standardholz. Sie ist hart genug für Teller, Stühle und Kinder, sie bleibt nach der Trocknung ruhig, und ihre grobe Maserung macht kleine Kratzer unsichtbar. Ein heller Ahorntisch zeigt jede Delle, ein Eichentisch zeigt nach fünf Jahren vor allem Charakter. Dazu kommt, dass Eiche in Deutschland wächst und in Bohlen von 45 mm und mehr gut zu bekommen ist. Unsere Bohlen stammen aus Brandenburg und werden an der Luft getrocknet.

Die Farbe von Eiche liegt zwischen hellbraun und graubraun, mit deutlichen Jahrringen und den typischen Spiegeln, die im Streiflicht glänzen. Geölt wird sie eine Stufe wärmer, geköhlt (angekohlt und dann geölt) fast schwarz. Wer den Tisch später anders möchte, kann eine geölte Eichenplatte abschleifen und neu ölen. Mehr dazu steht auf der Seite Esstisch aus Eiche nach Maß.

Die vier Hölzer im Vergleich

Eiche, Esche, Buche und Nussbaum als Tischholz
KriteriumEicheEscheBucheNussbaum
Farbehellbraun bis graubraun, dunkelt nachhell, leicht gräulich, teils mit olivbraunem Kernblassgelb bis rötlichweiß, gedämpft rötlichgraubraun bis dunkelbraun, Splint hell
Maserunggrob, ringporig, deutliche Jahrringewie Eiche, aber kräftiger gezeichnetfein, gleichmäßig, kleine Spiegellebhaft, oft geflammt oder gemasert
Verhalten im Raumruhig bei 40 bis 60 % Luftfeuchteruhig, ähnlich wie Eichearbeitet stark, neigt zum Schüsselnruhig, wenn gut getrocknet
Preisniveau (relativ)Basisetwa wie Eicheetwas unter Eichedeutlich über Eiche, oft das Doppelte
Naturkantesehr gut, Splint kontrastiertgut, Kante oft ruhigerschlecht, Kante wenig markantgut, aber breite Bohlen selten
Bei STAMWERKStandard, 45 bis 60 mmauf Anfrage, meist gerade Kanteauf Anfrage, meist gerade Kantenicht im Standard

Preisniveau als Verhältnis zur Eiche, nicht als Betrag. Verfügbarkeit und Bohlenbreite verändern den Preis stärker als die Holzart selbst.

Maserung von Eichenholz, geölt, im Hochformat
Eiche: grobe Poren, deutliche Jahrringe
Maserung von Eschenholz, hell mit kräftiger Zeichnung
Esche: heller und kräftiger gezeichnet
Maserung von Buchenholz, fein und gleichmäßig
Buche: fein, gleichmäßig, rötlich

Welches Holz passt zur Naturkante?

Eine Naturkante (oft Baumkante genannt) lebt vom Kontrast zwischen hellem Splintholz und dunklerem Kernholz. Bei Eiche ist dieser Kontrast am deutlichsten, die Kante wirkt geschwungen und lässt sich gut vom Bast befreien. Bei Esche ist der Splint kaum vom Kern zu unterscheiden, die Kante wirkt darum ruhiger und heller. Nussbaum bringt einen schönen Kontrast mit, aber Bohlen mit 100 cm Breite sind selten und teuer.

Buche arbeitet stärker als Eiche und Esche. Buche und Esche bauen wir in der Regel mit gerader Kante; wer einen Baumkantentisch mit Naturkante möchte, bekommt bei uns Eiche.

Wie hart muss ein Tischholz sein?

Die Härte von Holz wird nach Brinell gemessen, quer zur Faser ist der Wert für eine Tischplatte entscheidend. Für Eichenholz nennt die Fachliteratur 34 bis 41 N/mm² quer zur Faser, für Eschenholz 37 bis 41 N/mm². Beide Hölzer liegen damit dicht beieinander und deutlich über Nadelholz. Für Buche und Nussbaum nennen wir hier keine Werte, weil wir dafür keine Quelle geprüft haben. Was Brinellhärte bedeutet, erklärt das Glossar.

Für den Alltag bedeutet das: Alle vier Hölzer sind hart genug für einen Esstisch. Ein Stuhl, der gegen die Kante stößt, hinterlässt bei jedem Massivholz eine Spur. Der Unterschied liegt darin, wie sichtbar die Spur bleibt, und da hilft eine grobe Maserung mehr als ein paar N/mm² Härte. Eine Delle in Eiche lässt sich mit einem feuchten Tuch und einem Bügeleisen oft wieder anheben, weil die Fasern aufquellen.

Farbe und Maserung: was Sie nach zehn Jahren sehen

Holz verändert sich unter Licht. Eiche wird über die Jahre wärmer und etwas dunkler, Esche bleibt hell, Buche vergilbt leicht, Nussbaum hellt auf und verliert einen Teil seiner Tiefe. Wer einen dunklen Nussbaumtisch ans Südfenster stellt, hat nach zehn Jahren einen mittelbraunen Tisch. Das ist kein Fehler, sondern Holz. Wer die Farbe halten möchte, wählt Eiche oder Esche, dort ist die Veränderung am kleinsten.

Die Maserung bestimmt, wie ruhig oder lebhaft ein Tisch im Raum wirkt. Eiche und Esche zeichnen deutliche Linien, Buche wirkt gleichmäßig und fast wie eine Fläche, Nussbaum ist am unruhigsten. In einem Raum mit viel Struktur, etwa Sichtbeton oder Ziegel, wirkt eine ruhige Platte oft besser; in einem glatten, weißen Raum darf die Platte mehr erzählen.

Was STAMWERK anbietet und was nicht

STAMWERK baut Esstische aus Eiche als Standard, in 45 mm Stärke, auf Wunsch bis 60 mm, mit Naturkante, gerader Kante oder Schweizer Kante. Esche und Buche fertigen wir auf Anfrage, meist mit gerader Kante. Nussbaum führen wir nicht im Standard. Wer einen Nussbaumtisch möchte, spricht uns am besten direkt darauf an.

Der Preis eines Tisches hängt weniger an der Holzart als an der Bohle: Breite, Stärke, Länge ohne Stoß und Trocknungszeit bestimmen, was der Rohstoff kostet. Eine 100 cm breite Eichenbohle mit 60 mm Stärke ist teurer als zwei schmalere Bohlen aus Esche. Deshalb nennt unser Konfigurator einen Richtpreis, und der verbindliche Preis steht fest, sobald die Bohle ausgesucht ist.

Häufige Fragen zur Holzart

Ist Eiche oder Nussbaum besser für einen Esstisch?
Für den Alltag ist Eiche die sicherere Wahl: hart, ruhig im Raum, grob gemasert, gut verfügbar in Bohlen bis 60 mm. Nussbaum ist ähnlich hart, aber dunkler, unruhiger und meist deutlich teurer, weil breite Bohlen selten sind. Wer die dunkle Farbe möchte, kann Eiche auch köhlen lassen. STAMWERK führt Nussbaum nicht im Standard.
Welches Holz ist am härtesten: Eiche, Esche oder Buche?
Eiche und Esche liegen quer zur Faser bei 34 bis 41 N/mm² Brinellhärte, Esche am oberen Ende. Buche gilt in der Praxis als ähnlich hart, eine geprüfte Quelle nennen wir hier nicht. Für einen Esstisch reichen alle drei Hölzer aus, der Unterschied zeigt sich eher darin, wie sichtbar eine Delle bleibt.
Kann ich bei STAMWERK einen Tisch aus Esche mit Naturkante bekommen?
Auf Anfrage ja, in der Regel bauen wir Esche aber mit gerader Kante. Die Naturkante ist bei uns vor allem ein Thema der Eiche aus Brandenburg.
Warum ist Buche günstiger als Eiche?
Buche wächst schneller und ist in Deutschland das häufigste Laubholz, deshalb liegt der Rohstoffpreis etwas unter Eiche. Dafür arbeitet Buche stärker: Das tangentiale Schwindmaß liegt bei rund 12 %, deutlich mehr als bei Eiche. Ein Buchentisch braucht darum eine gute Trocknung und eine stabile Unterkonstruktion, sonst schüsselt die Platte.
Dunkelt Eiche mit der Zeit nach?
Ja, geölte Eiche wird unter Tageslicht über einige Jahre wärmer und etwas dunkler. Die Veränderung ist kleiner als bei Nussbaum, der aufhellt, oder bei Kirsche, die stark nachdunkelt. Wer den Tisch gleichmäßig altern lassen möchte, sollte in den ersten Monaten keine Tischdecke dauerhaft an einer Stelle liegen lassen.

Ihr Tisch

Vom Gespräch zum Tisch.

Der Konfigurator zeigt in zwei Minuten einen Richtpreis für Ihre Maße. Verbindlich wird er im Gespräch, wenn die Bohle feststeht.

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